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blu Juli / August 2021

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16 KULTUR Savignyplatz

16 KULTUR Savignyplatz 07-08 | 10623 Berlin 030-318.64.711 | www.habitare.de Montag - Samstag 10.00 - 18.00 Uhr FOTO: HEIDEMARIE MILKERT Und schon jetzt, etwa ein Jahr vor der offiziellen Eröffnung, gibt es etwas zu sehen: eine künstlerische Intervention von Dan Perjovschi auf der Baustelle und über den digitalen MINSK FUNK namens „For No One And Everyone“ (Für niemanden und alle). Hut ab, wo andere Städte in Verzug geraten, legt Brandenburg mit preußischer Überpünktlichkeit die Messlatte hoch. „DAS MINSK zeigt Kunstwerke aus der ehemaligen DDR, aber nicht ausschließlich, sondern im Austausch mit zeitgenössischer Kunst“, verrät die Gründungsdirektorin Paola Malavassi dazu via E-Mail. Schon im April hat der 1961 in Sibiu, Rumänien, geborene Künstler Dan Perjovschi die zukünftigen Ausstellungswände des MINSK mit seinen Zeichnungen eingeweiht. „Dan Perjovschis Intervention schreibt schon ein Jahr vor der Eröffnung unser Programm in die Wände des MINSK Blick auf das Terrassenrestaurant „Minsk“, 1980, © Wohnungsbaukombinat BRANDENBURG POTSDAM BEKOMMT EIN NEUES MUSEUM Aber (diesmal) keinen Nachbau. Etwas Neues in alten Mauern: Das in den 1970er-Jahren im modernistischen Stil der DDR als Terrassenrestaurant „Minsk“ erbaute Gebäude wird wiederbelebt. Der neue Name ist einfach und einprägsam: DAS MINSK. ein. Eine Woche lang hat er hier zwischen Baulärm und Staub auf den unterschiedlichen Oberflächen des Gebäudes gezeichnet. Seine auf die klare Linie reduzierten Skizzen sind humorvoll und kritisch, stellen unbequeme Fragen und zeigen Widersprüche auf. Seine Kunst eröffnet einen Raum für Vielschichtigkeit – daran möchten wir mit unserem Programm anschließen“, so Paola Malavassi. Die Eröffnung ist für den Frühling 2022 angedacht, für den Herbst 2022 ist eine umfangreiche Retrospektive über die Künstlerin Ruth Wolf-Rehfeldt zu ihrem 90. Geburtstag geplant. *rä DAS MINSK, c/o Museum Barberini, Friedrich-Ebert-Str. 115, Potsdam, www.dasminsk.de, MINSK Bar, Terrasse und Foyer sollen unabhängig vom Ausstellungsbesuch für die Öffentlichkeit zugänglich sein HISTORIE Lieben war eine Straftat Im 21. Jahrhundert mag es einigen so vorkommen, als hätten wir ALLES erreicht. Haben wir nicht. Wir, die queere Community, werden in den meisten Ländern der Erde immer noch verleugnet, verhaftet, ausgegrenzt und bestraft. Und auch bei uns ist es noch nicht lange her, dass ein Kuss in der Öffentlichkeit Konsequenzen hatte. Je nachdem, auf welchen Straßen und zu welchen Uhrzeiten man es sich erlaubt, sichtbar queer zu sein, erwarten eine(n) immer noch Hass und Gewalt. Vergangene Woche erschien Benno Gammerls Buch „ANDERS FÜHLEN – die erste umfassende Geschichte der Homosexualität in der Bundesrepublik“, ein über 400 Seiten starkes kommendes Standardwerk, das sich dem langen Weg der Community von Verfolgung und Versteck über heimliches Ausleben auf Klappen **, in Parks und Discos bis hin zu – auch durch Popmusik wie die von Jimmy Somerville begleitet – den ersten Christopher Street Days und der Abschaffung der Schwulenparagrafen 175 widmet. Dem Autor gelingt es, Historie wiedererlebbar zu machen und für Sichtbarkeit zu sorgen. Die queere Sängerin Georgette Dee schwärmt ganz zu Recht über das Buch des Historikers Benno Gammerl: „Ein wunderbares Buch über Liebe, Lust, Mut und Gefühle gleichgeschlechtlicher Lebenswelten. Eine absolute Bereicherung für alle Menschen, die Menschen lieben.“ Wer dieses Buch liest, weiß mehr, versteht mehr. Anhand verschiedener O-Töne und unterfüttert mit umfassendem Fachwissen und Belegen erklärt Benno Gammerl queere Geschichte und wirft ein neues Licht auf die Community – aus lesbischer, schwuler und queerer Sicht. *rä www.hanser-literaturverlage.de ** Klappen (Klohäuschen mit oder ohne Klapptür) gibt es in England schon seit Ende des 17. Jahrhunderts, in Deutschland waren sie bis zum Siegeszug des Internets regelmäßig stark frequentierte Orte, wo Männer Sex mit Männern haben konnten (und können). Vor allem zur Kaiserzeit und der Weimarer Republik bis in die 1980er waren Toilettenanlagen wie das Café Achteck (Bild ganz oben) SCHWULE Orte. Klapptisch „SIRIO“ € 169,- / Klappstuhl „SPRING“ € 89,-* klappbare, wetterfeste Metallgartenmöbel in verschiedenen Farben pulverbeschichtet

KULTUR 17 FOTOS: SALZGEBER KINO Multikulturelle Liebes- und Emanzipationsgeschichte Schon jetzt kannst du in der queerfilmnacht online einen äußerst starken und sinnlichen schwulen Film aus der Schweiz sehen. Im Juli soll er dann in den Kinos starten. Erzählt wird in „Beyto“ der Schweizer Regisseurin Gitta Gsell von einem Schwimmer mit türkischen Wurzeln, der sich in seinen attraktiven Trainer Mike verliebt. So weit, so sexy und schön, aber Beytos Familie lockt ihn in die Türkei und verheiratet ihn dort mit seiner Jugendfreundin Seher. Plötzlich sind sie zu dritt: Mike, Beyto und Seher ... Der 2020 entstandene Film „Beyto“ ** basiert auf dem Roman „Hochzeitsflug“ des preisgekrönten Autors Yusuf Yesilöz; Salzgeber bringt ihn nun endlich in unsere Haushalte. Und in unsere Kinos, wenn die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weiter so gut greifen. Ein ganz wunderbarer Film über die Liebe, Beziehungen, Familie sowie andere Gesellschaften und Kulturen. *rä www.salzgeber.de ** Originalfassung auf Schweizerdeutsch und Türkisch, teilweise mit deutschen Untertiteln *Abholpreise ohne Dekoration *Abholpreise ohne Dekoration Gartenliege „AMIGO 40 +“, € 198,-* 42 cm hohes, klappbares Aluminiumgestell mit wetterfester Textilenbespannung in verschiedenen Farben möglich; auch in 29 cm Höhe für € 189,- erhältlich W O H N E N + W O H N E N G M B H

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.