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blu Januar/Februar 2021

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28 KLUBWELT SO36:

28 KLUBWELT SO36: NACHGEFRAGT „Schon ein Scheißgefühl ...“ Die Corona-Fälle werden immer mehr, das Nachtleben wurde wieder – und das total – heruntergefahren. Höchste Zeit, mit denen zu sprechen, die in der Klubund Konzertwelt arbeiten: Steff und Pasqual vom SO36 in der Oranienstraße in Kreuzberg. Das ganze Interview gibt es auf männer.media Eigentlich wolltet ihr im Herbst eure Trinkhalle öffnen. Pasqual: Genau, den Sommer über haben wir die Füße still gehalten, weil wir es nicht so sexy fanden, in unsere Halle einzuladen, wenn draußen super Wetter ist. Wir dachten, das macht keinen Sinn. Und jetzt, wo es kälter wird, wollten wir zumindest an den Wochenenden eine „große Kneipe“ anbieten, die an manchen Abenden von unseren Partyformaten wie „Gayhane“ inspiriert ist. Daran wollen wir auch festhalten – mit Hygienekonzept und Mindestabstand. Wir haben eine super Lüftungsanlage, das zahlt sich in der aktuellen Situation noch einmal mehr aus. Eine Voranmeldung wird nicht nötig sein. Wie hat sich der Arbeitsalltag verändert? Pasqual: Es ist schon wichtig, sowohl für den Laden als auch für das eigene Gefühl, hierherzukommen. Wir haben E-Mail-Verkehr, Bookings ... Man muss schon kommen, man hat nicht mehr dieselbe Stundenzahl, aber wir versuchen, Montag bis Freitag das Büro offen zu halten. Was guttut, sind die lieben E-Mails, die man bekommt. Steff: Was aber gerade so richtig nervt, ist, dass wir für die letzten vier Jahre eine Steuerprüfung bekommen haben. Alle sind in Kurzarbeit und niemand hat Zeit, dann kommt das Finanzamt ... Dieser Zeitpunkt ... Pasqual: Wir sind hier intern echt bestrebt, das Arbeitsvolumen zu reduzieren, dann kommt so was. Rückte das Team enger zusammen? Pasqual: Man sieht viele gar nicht mehr! Wir arbeiten in vielen Gewerken an vielen Orten. Wenn ich an meine Kolleg*innen vom Tresen und der Technik denke, die sehe ich nicht mehr. Das fehlt mir persönlich total. Und im Büro versuchen wir, darauf zu achten, dass nicht zu viele gleichzeitig im SO36 sind. Manches dauert jetzt dadurch auch einfach länger. Habt Ihr einen Plan B für 2021? Steff: Was es gibt, ist der „Neustart Kultur“-Antrag, den wir stellen werden für das erste halbe Jahr. Also Konzerte, interaktive Formen des Streamings. Selbst wenn ein Impfstoff im Januar käme, dauert ja alles, ich rechne nicht vor Sommer mit Normalbetrieb. Wir haben Türsteher*innen, die kontrollieren, wir haben eine tolle Lüftung. Eure Merchandising-Produkte haben euch schon geholfen, oder? Pasqual: Es fühlt sich allgemein etwas komisch an, sich von diesem Staat retten zu lassen. (lacht) Im März und April, als es losging mit den Spenden, da legte auch der Merch-Verkauf los. Das hat uns über den Sommer gerettet. Ohne diesen Verkauf wäre es eng geworden. Gerade hat es etwas nachgelassen, bei vielen ist unsere Lage nicht mehr im Bewusstsein, weil manche Adressen große finanzielle Unterstützung bekommen haben. Aber wir nicht! Zwar haben wir ein gutes Standing in der Szene und unsere Gäste ließen und lassen uns nicht hängen, aber bisher kam staatlich nichts an. Gerade die kleinen queeren Orte gehen momentan drauf. Deswegen gehen wir damit so raus, um unsere Stimme für alle zu erheben. FOTOS: M. RÄDEL *Interview: Michael Rädel www.so36.de

BILDBAND Magnus Hastings: Bilder der Community Vor einigen Monaten erschien „Rainbow Revolution“ mit Bildern unter anderem von Boy George, Nico Tortorella und Bethany Meyers. Ein Buch, das zeigt, wie vielfältig unsere weltweite Community ist! SZENE 29 Durch die Corona-Pandemie ist das Szeneleben eingefroren, manch einer denkt sogar schon an Zustände wie in den 1980ern, als Aids ungehemmt wütete und die Community erstarrt war in Angst und Trauer. Aber damals wie heute gibt es Aktivist_innen, Kämpfer_innen und Künstler_innen, die einem Mut machen. Sei es durch ihr Sein, etwa auf Instagram, Facebook, YouTube sowie in Büchern und im TV, durch ihre Musik wie etwa bei Sam Smith und Boy George oder durch ihre Kunst wie bei Magnus Hastings. Auf 176 Seiten sorgt der englische Fotograf, der in London aufwuchs, für queere Sichtbarkeit und beim Leser für pure Lebensfreude. „Stolz, verspielt, trotzig und vielfältig, die kraftvollen Bilder und Individuen in diesem schönen Band repräsentieren die Stärke, die man bekommt, wenn man weiß, wer man ist, und das auch ausdrückt“, so Magnus Hastings. Gut zu wissen: Elton John ist Fan und Kunde. *rä www.magnushastings.com SHOPPING Ein grooooßes Geschenk Wolltest du schon immer deinen favorisierten Pornostern promoten und zudem einen schmucken Rucksack haben? Oder in der Clique der sein, der den „ungewöhnlichen“ Kapuzenpullover trägt? Danny D ermöglicht es dir. Der im August 1987 geborene Brite mit dem großen Glied (ca. 27 cm) ist seit 2008 ein Stern der Szene und bereichert die Pornowelt mit seinem Können. „Ich bin eigentlich nur ein dünner Mann, der seinen Traum lebt“, verrät der Star aus FOTOS: TWITTER.COM/DANNYDXXX Filmen wie „Rudeboiz“ und „StraightBoy“ dazu. Auf seiner Verkaufs-Homepage kannst du Unterwäsche, Shirts und Taschen kaufen. Der – einst auch in schwulen Filmen aktive – Vollerotikdarsteller bietet auf www.dannydstore. com neben den oben erwähnten Geschenk- und Style-Tipps aber natürlich auch Dildos an, die seinem Penis nachempfunden wurden. *rä www.dannydstore.com

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.