Aufrufe
vor 10 Monaten

blu Januar/Februar 2021

  • Text
  • Schwule
  • Wirklich
  • Deutschland
  • Zeit
  • Buch
  • Album
  • Kunst
  • Musik
  • Menschen
  • Berlin

12 STADTGESPRÄCH Der

12 STADTGESPRÄCH Der zweite Lockdown traf einmal mehr unsere Safe Places, und auch das Schwule Museum ist geschlossen. Diese notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden aber nicht ewig sein, einer der mächtigsten Schwulen in der Politik, Jens Spahn, stimmt ja ab und an durchaus optimistisch. Ähem. Und die aktuellen Nachrichten aus dem Schwulen Museum lassen zumindest ETWAS Hoffnung zu: „Die Eröffnungen der Ausstellungen Intimacy: New Queer Art From Berlin and Beyond und Rosarot in Ost- Berlin werden verschoben“, so das Team. Verschoben, nicht abgesagt. „Intimacy: New Queer Art from Berlin and Beyond“ sei eine der aufwendigsten Ausstellungen in der Geschichte des Schwulen Museums und „versammelt über 30 zeitgenössische Künstler*innen, die mit Fotografien, Gemälden, Skulpturen, Video-Arbeiten und Installationen einen Blick auf queere Intimität wagen.“ Das große Thema dieser Gruppenausstellung, unter anderem mit Werken von Slava Mogutin und Roey Victoria Heifetz, ist also genau das, was man so schmerzlich vermisst: Intimitäten. Gerade kann man nicht mit den Freunden im Klub festen, unbeschwert die Oma knuddeln oder auch die liebste Dragqueen busserln. Zu gefährlich. Die Ausstellung geht aber noch einen Schritt weiter. „Der Austausch von Blicken, die Berührungen von Körpern, Sex oder auch nur ein Gespräch – all dies wird im öffentlichen Raum schnell zum Anlass für homo- und transfeindliche O. T., Emerson Ricard, 2018 AUSSTELLUNG Berührungen oder auch nur ein Bussi Doron-Langberg_Zach-and-Craig-2019 Gewalt. Gleichzeitig boten die letzten Jahre für viele eine neue Kultur der Intimität und sexuellen Freiheit. Seit diesem Jahr ist es Covid-19, das uns herausfordert. Kontakte, die wir vermeiden, Partys, die wir nicht mehr feiern. Intimität ist etwas, das wir gerade verlieren könnten.“ Eine spannende und wichtige Ausstellung mit großen queeren Künstler*innen, die den Horizont erweitert, sensibilisiert, aber auch beglückt. *rä www.schwulesmuseum.de www.welcome-interiors.com WELCOME interiors Yorckstraße 26 | 10965 Berlin Telefon 030 - 39 91 93 65 | Mo - Fr 10 - 19 Uhr | Sa 11 - 18 Uhr

ANZEIGE 13 Nick Jue, Vorstand ING Deutschland Charity: Die RainbowLions helfen NACHGEFRAGT ING Deutschland & Nick Jue, Vorstandschef der ING Deutschland und Alexander Piur, Mitglied des Diversity-Netzwerkes der ING „RainbowLions“, im Interview. Seit wann besteht die Gruppe? Und wie viele Mitglieder seid ihr? Alexander Piur: Wir sind 2017 mit einer kleinen Gruppe motivierter Kollegen/innen gestartet und haben im Oktober 2018 unser Coming-out in der Bank gefeiert. Aktuell sind wir ein Kernteam von neun Rainbow- Lions, verteilt über die Standorte Frankfurt, Hannover und Nürnberg, die sich um die Aktionen vor Ort kümmern, dazu kommen ca. 100 Kollegen/innen, die sich in unserer Community registriert haben. Du bist aus den Niederlanden. Wann und wie hast du das erste Mal von der Gruppe gehört, nachdem du im Juli 2017 den Posten des CEO der ING Deutschland übernommen hast? Nick Jue: Ich war vorher elf Jahre CEO der ING Niederlande, dort gab es bereits ein LGBTIQ*-Netzwerk neben anderen Diversity-Netzwerken wie zum Beispiel für Young Professionals, Frauen oder Ü55. Nach ca. einem Jahr in Deutschland kamen die RainbowLions auf mich zu und fragten, ob ich ihr Sponsor werden möchte. Ich habe nicht eine Sekunde gezögert und zugesagt. Welche Rolle spielt das Netzwerk für dich im Unternehmen? Nick Jue: Wir sind eine Bank für jeden Menschen in Deutschland, egal wie er sich fühlt oder wen er liebt. Dazu gehört auch, dass wir das in unserer Kommunikation – auch für die LGBTIQ*-Community – deutlich machen. Wie ist die Akzeptanz für eure Diversity-Arbeit bei euren Kunden, RainbowLions es gibt ja keine Filialen? Welche Reaktionen bekommt ihr von außen? Nick Jue: In den Niederlanden haben wir zum Gay Pride zum Beispiel unsere Filialen und Geldautomaten im Regenbogen-Look gestaltet. Darauf gab es fast nur positives Feedback. Auf unsere erste Teilnahme beim CSD in Frankfurt hatten wir ebenfalls fast ausschließlich positive Rückmeldungen. Alexander Piur: Das kann ich bestätigen. Die Reaktionen auf Social-Media-Postings waren durchweg positiv. Kunden und Mitarbeiter freuen sich zu sehen, dass die ING solche Zeichen setzt. Wie ist eure Rolle in der internationalen Kooperation mit den anderen ING Einheiten? Alexander Piur: Das Netzwerk in den Niederlanden heißt seit Kurzem auch RainbowLions (worauf wir hier in Deutschland ein kleines bisschen stolz sind). Somit haben wir international einen einheitlichen Auftritt nach innen und außen. Wir stimmen uns mit den Netzwerken aus den anderen ING Ländern, zum Beispiel den Niederlanden, Belgien, aber auch Australien und den Philippinen, regelmäßig ab. Wir besprechen Aktionen zu bestimmten Events wie PrideMonth oder IDAHOT und geben uns gegenseitig Tipps. Wir diskutieren auch, inwiefern wir politische Themen aufgreifen können. Als RainbowLions haben wir natürlich keinen Einfluss auf die politische Situation der LGBTIQ*-Community in anderen Ländern. Aber wir können zumindest versuchen, dort, wo Homosexualität verboten oder Die RainbowLions beim CSD diskriminiert wird, LGBTIQ*-Kollegen/innen ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen, das sich durch Akzeptanz auszeichnet. Welche Ziele verfolgt das Netzwerk nach innen und nach außen? Alexander Piur: Eine Welt ohne Labels. Labels sind wohl eher für Klamotten, aber bitte nicht für Menschen. Jeder soll so sein, wie er ist. Die LGBTIQ*-Community ist in sich sehr divers. Wir als Netzwerk wollen zusammen mit der ING Deutschland die Community stärken, indem wir ganz verschiedene Projekte unterstützen. Nick Jue: Für mich ist das wichtigste Ziel, dass die Menschen, die bei uns arbeiten, sich wirklich frei und akzeptiert fühlen. Wir sind ein offenes Unternehmen und wir wollen „the coolest place to work“ sein. Was sind die zukünftigen Bemühungen des Netzwerkes? Welche Aktionen plant ihr auch nach Corona? Alexander Piur: Wir arbeiten an digitalen Formaten für interne Trainings zum Thema LGBTIQ* für die ING Kollegen/innen und Führungskräfte. Darüber hinaus erhöhen wir unsere Kommunikation im Intranet zu aktuellen Themen der LGBTIQ*- Community, um weiter auf uns aufmerksam zu machen. Wir planen eine Bärchen-Aktion zum Welt-AIDS-Tag, um die Aids-Hilfen zu unterstützen. Natürlich hoffen wir, in 2021 auch wieder einen CSD feiern zu können oder Veranstaltungen mit anderen Unternehmensnetzwerken gemeinsam organisieren zu können. *Interview: Ulli Pridat

Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Nachrichtenportal

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.