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blu Januar/Februar 2020

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MUSIK NEWCOMER AJ

MUSIK NEWCOMER AJ MITCHELL: „Während sich meine Kumpel verliebten, war ich komplett auf meine Karriere fokussiert“ Fast kann er einem ein bisschen leidtun. AJ Mitchell muss im hintersten Winkel der Berliner Soho-House-Bar auftreten. Während der blutjunge Amerikaner auf der winzigen Bühne ein paar Lieder seines Debütalbums „Skyview“ vorstellt, essen, trinken und quasseln die meisten Mitglieder dieses Privatklubs ununterbrochen weiter. Einige Influencer versuchen, den Auftritt zu filmen, was aufgrund der schummerigen Beleuchtung gewiss eine Herausforderung ist. Wohl dem, der ein Smartphone mit einer guten Kamera besitzt ... So gesehen hat der Sänger nicht den besten Start in Deutschland. Er bleibt trotzdem gelassen, nein, besser: Er lächelt alle Widrigkeiten tapfer weg. Für den Song „Slow Dance“, bei dem normalerweise Ava Max seine Duettpartnerin ist, setzt er sich an sein Keyboard. Diese reduzierte Version zeigt, wo seine Stärke liegt – der 18-Jährige hat eine markante Stimme, mal legt sie sich über Popmelodien, mal über R ’n’ B. Seine Plattenfirma preist ihn als neuen Justin Timberlake, Kritiker nennen ihn in einem Atemzug mit Justin Bieber oder Shawn Mendes. All diese Vergleiche seien durchaus schmeichelhaft, sagt er am nächsten Morgen beim Interview: „Aber letztlich bin ich einfach ich selbst.“ Wie wichtig ihm Authentizität ist, betont er während des Gesprächs wiederholt. Obwohl er mit 15 nach Los Angeles zog, verhehlt er nicht, dass er eigentlich aus einer Kleinstadt stammt. Er wuchs im ländlichen Illinois auf. Mit seinen Freunden stromerte er gern draußen umher, entweder radelten sie zu irgendwelchen leer stehenden Häusern oder sie spielten Basketball. Parallel dazu entwickelte AJ Mitchell seine Leidenschaft für Musik. „Bei uns zu Hause stand ein ziemlich ramponiertes Klavier“, erinnert er sich. „Die Kirchengemeinde hatte es uns geschenkt.“ Auch wenn die Tastatur nicht mehr komplett war, spielte er bereits als Vierjähriger auf diesem Instrument. Er nahm Unterricht, mit sechs begann er, eigene Stücke zu schreiben. Die postete er sieben Jahre später in seinem Instagram- Account, nebst einigen Coverversionen: „Ich wollte wissen, was andere von meiner Musik hielten.“ Offensichtlich viel. Seine Fangemeinde wuchs stetig. Zudem wurde das YouTube-Kollektiv Team 10 auf ihn aufmerksam, es holte AJ Mitchell nach Los Angeles: „Wir haben alle in einem Haus gewohnt.“ Jedoch: Die Atmosphäre war seltsam. „Meistens saß jeder in seiner Ecke und ignorierte die anderen“, erzählt er. „Bis die Kamera anging. Dann machten alle plötzlich auf beste Freunde.“ Dieses ewige Hin und Her schaffte ihn: „Für mich fühlte sich das nicht echt an.“ Es war ein Segen, dass er seinen Manager kennenlernte, der AJ Mitchell bei sich aufnahm. Nachdem er seinen Plattenvertrag unterschrieben hatte, holte er seine gesamte Familie zu sich nach Kalifornien. Mit der Midtempo-Nummer „All My Friends“ schaffte er den Sprung in die Top 20 der US-Charts. Diese Fremdkomposition spricht ihm aus der Seele: „Während sich meine Kumpel verliebten, war ich komplett auf meine Karriere fokussiert.“ Das kam nicht bei jedem gut an. Mitten in einer Songschreiber-Session kriegt AJ Mitchell eine Textnachricht von einem Freund. Er teilte ihm mit, einige Teenies an seiner alten Schule würden über ihn herziehen, nach dem Motto „AJ hält sich nun für berühmt“. Das traf ihn hart: „Ich fragte mich, warum die Leute so viel redeten.“ Aus dieser Überlegung heraus entstand das groovige R ’n’ B-Stück „Talk so much“: „Das ist aber kein wütendes Lied. Ich habe eher mit einem Augenzwinkern die Situation analysiert.“ *Dagmar Leischow FOTO: SONY MUSIK

MUSIK VERLOSUNG Dermot Kennedy aus Irland Wie von uns Anfang 2019 prophezeit, startete der stimmstarke Kerl ganz groß durch. Sein erstes Album „Without Fear“ schaffte es dank Hits wie „Power Over Me“ und „Outnumbered“ auf Platz 1 der UK-Charts, die Konzerte des Iren sind begehrt. Wir verlosen sein Album auf www.blu.fm/gewinne. TIPP Balbina: „Punkt.“ Keine Konzerte mehr, keine Auftritte, keine Plattenfirma mehr, vor der sie jede kreative Entscheidung verteidigen muss. Balbina hat sich eingeschlossen und ist im Studio nur noch mit sich selbst in den Ring gestiegen. Musikalisch, sprachlich, vor allem aber auch emotional. Das Ergebnis erscheint nun auf ihrem eigenen Label Polkadot. Ihr viertes Album heißt passenderweise „Punkt.“. Schließlich hatte Balbina bei der Albumproduktion nicht nur das erste, sondern auch das letzte Wort. Und das hört man. Erstmals nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch. POP Kesha: „High Road“ Die Künstlerin, die uns Hits wie „Tik Tok“, „Woman“, „Good Old Days“ (mit Macklemore), „Timber“ und „We R Who We R“ brachte, hat viel durchgemacht. Jahrelange Prozesse mit der Plattenfirma und gegen ihren womöglich sexuell übergriffigen Ex-Produzenten. Trotzdem ist Kesha bis heute ganz vorne mit dabei in der Musikwelt – als Sängerin und Komponistin. Ihr neues Album „High Road“ ist ein Pop-Soul-Volltreffer! Unsere Anspieltipps sind „Cowboy Blues“ und „My Own Dance“. *rä JAZZ Erik Leuthäusers Live-CD Kennst du Irene Kral und Alan Broadbent? Nein? So geht es den meisten. Dabei waren die beiden Künstler in den 1970ern so wichtig wie Tony Bennett und Bill Evans – zumindest in Jazzkreisen. Das soll sich nun ändern, deren Fangruppe soll wachsen! Der Wahlberliner Sänger Erik Leuthäuser und Jazzklavier-Prof Wolfgang Köhler möchten mit ihrem Album „In the Land of Irene Kral & Alan Broadbent – Live at A-Trane Berlin“ zwei „großartige Musiker ehren sowie ihre eigene Blickweise auf das Repertoire von Irene Kral und Alan Broadbent teilen“, verrät Erik Leuthäuser. Hier ist er 2020 live zu erleben: www.bar-jeder-vernunft.de. *rä COMEBACK La Roux Die queere Sängerin von Hits wie „In for the Kill“, „Uptight Downtown“ und „Bulletproof“ meldet sich zurück. Im Februar soll ihr neues Album „Supervision“ erscheinen, die neue Single „International Woman of Leisure“ erschien im Oktober 2019. Zudem kündigt Elly Jackson alias La Roux eine Welttournee wird es geben – auch ein Konzert in Berlin steht an. So viele gute Nachrichten für all die Fans! Fünf Jahre nach ihrem letzten Album „Trouble in Paradise“ (ein Top-10-Erfolg in UK) und einige Jahre nach ihrem Mitwirken bei so unterschiedlichen Projekten wie dem „Absolutely Fabulous“-Kinofilm und einem Album von Disco-Meister Cerrone meldet sich die Künstlerin wahrlich mit einem Paukenschlag zurück. *rä www.facebook.com/laroux FOTO: E. MILES

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