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blu Gesundheitsheft 2021

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Diagnose HIV wirksam

Diagnose HIV wirksam therapiert - gut begleitet. 26 In kaum einem Bereich hat der medizinische Fortschritt derartige Verbesserungen für die Betroffenen mit sich gebracht wie bei HIV-Infektionen. Zwar müssen Infizierte lebenslang Medikamente einnehmen, diese haben aber das Potenzial, die Viruslast derart zu minimieren, dass ein Ausbruch der Immunschwäche verhindert wird. Mehr noch: Ist im Blut eines konsequent behandelten HIV-Positiven seit mindestens einem halben Jahr kein Virus mehr nachweisbar, befinden sich auch in anderen Körperflüssigkeiten keine übertragbaren Viren. WORAUF KOMMT ES AN? Eine Therapie gilt als erfolgreich, wenn die Viruslast (Zahl der HIV-Kopien pro ml Blutserum) langfristig unter der Nachweisgrenze bleibt. Dabei kommt es vor allem auf zwei Dinge an. REGELMÄSSIGE TESTUNG Von Vorteil ist es, wenn eine Infektion frühzeitig erkannt und umgehend behandelt wird. Das Wissen um diesen Aspekt kann Menschen darin bestärken, sich rechtzeitig

testen zu lassen. Doch nicht nur der erste Test ist von Bedeutung. Auch unter der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen unverzichtbar. Alle drei Monate ist eine Blutuntersuchung erforderlich. Um zu verifizieren, ob die Wirkung der Therapie ausreicht, aber auch um weitere Blutwerte, wie zum Beispiel den Vitamin-D-Spiegel, zu überprüfen. THERAPIE-ADHÄRENZ Die konsequente und regelmäßige Einnahme nach den Therapievorgaben sichert den Erfolg der Behandlung. Welche Einnahmeregelungen passen am besten in den individuellen Tagesablauf? Manche Medikamente müssen immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden, einige einmal, andere zweimal täglich. Mal zu einer Mahlzeit, mal auf nüchternen Magen. All das kann von Bedeutung sein, um die Therapie möglichst problemlos in den Alltag zu integrieren. Wer zum Beispiel im Schichtdienst arbeitet, sollte mit den zuständigen Ärzt*innen klären, ob unregelmäßige Tages- und Nachtrhythmen unter Umständen Einfluss auf die Behandlung haben. Denn: Kommt es zu Schwankungen in der Einnahme, können sich Resistenzen bilden, die Viruslast würde ansteigen. NEBENWIRKUNGEN Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Nebenwirkungen treten nur zu Beginn der Behandlung und nur vorübergehend auf. Hierzu gehören Kopfschmerzen, leichte Übelkeit oder auch Schlafstörungen. Darüber hinaus gibt es Beschwerden, die anhaltend sein können. Mitunter berichten Betroffene über trockene Haut, die sie jedoch nicht immer mit der Therapie in Verbindung bringen. Erfahrene Apotheker sprechen ihre Patienten manchmal direkt darauf an. „Wir wissen, bei welchen Medikamenten das vorkommt und können Tipps geben, welche Hautpflegepräparate hier geeignet sind“, so Christian Winhausen von den Witzleben-Apotheken in Berlin Charlottenburg. Ein großer Vorteil sei es, wenn die Patienten all ihre Rezepte in ein und derselben Apotheke einreichten. „Wenn ich den Patienten kenne und weiß, dass dieser täglich ein bestimmtes Virostatikum einnimmt, dann kann ich auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen.“ Vorsicht geboten sei beispielsweise bei Johanniskraut. Die pflanzliche und rezeptfreie Substanz ist durchaus in der Lage, die Wirkspiegel des Virostatikums zu senken. 27

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