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blu Gesundheitsheft 2021

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Immer drauf? Ein Anruf

Immer drauf? Ein Anruf schafft Klarheit Chemsex ist in weiten Teilen der queeren Szene verbreitet. Einige tun es manchmal, andere ständig. Wie weit das bereits für den Einzelnen zum Problem geworden ist, kann man in einem anonymen Gespräch herausfinden. Wir sprachen mit Andrea Piest vom Notdienst für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin e.V. Frau Piest, wie hoch schätzen sie das Risiko innerhalb der queeren Szene ein, dass sich für Einzelne Chemsex zum ernsten Problem entwickelt. In meiner Erfahrung sind Menschen aus der queeren Szene unglaublich gut reflektiert. Das liegt vielleicht 20 daran, dass sie sich bereits mit dem Anderssein ihrer Bedürfnisse länger und intensiver auseinandergesetzt haben. Dadurch sind sie weniger gehemmt, über Tabuthemen zu sprechen. Dennoch sehen wir, dass die Szene in Bezug auf Chemsex die größte Risikogruppe ist.

Inwiefern? Für jemanden, der nicht aus der Szene kommt, ist das schwer zu beschreiben, ohne dass es nicht stereotypisierend wirkt. Was wir sehen ist, dass Menschen, die Sexualität und Substanzen miteinander verknüpfen eher aus der queeren Szene kommen und somit ein höheres Risiko haben. Gerade auch, weil das Konzept von sex-positiven Parties – privat oder in Clubs – häufig in der queeren Szene verankert ist. Es gibt natürlich auch heteronormative Sex-Parties, aber die haben einen anderen Stellenwert. Was sind begünstigende Faktoren, um wieder zu einem normalen Umgang mit Sexualität und Substanzkonsum zurückzufinden. Das soziale Umfeld spielt eine große Rolle. Wenn ich mich nur mit Kontakten umgebe, die permanent ihre Sexualität im Drogenrausch erleben, wird es natürlich besonders schwer. Strukturen helfen enorm: Ein toller Job, den man gerne mag. Oder ein Hobby. Dann geht es darum, zu üben, wieder Sex ohne Drogen zu haben. Das Gehirn hat gelernt, dass Sexualität nur positiv ist, wenn Drogen konsumiert werden. Diese Verknüpfung kann man nicht komplett wieder trennen. Man kann aber neue Verknüpfungen schaffen. Es ist durchaus möglich, auch wieder Sexualität in Kombination mit Substanzen zu erfahren. Aber nur dann, wenn es keine echte Abhängigkeitserkrankung gab. Wenn jemand wirklich erkrankt und von einer oder mehreren Substan- 21

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.