Aufrufe
vor 2 Jahren

blu August/September 2019

  • Text
  • Mehringdamm
  • Berlin
  • Berliner
  • Szene
  • Kultur
  • Bkatheater
  • Bornholmer
  • Musik
  • Boiler
  • Kriminal

BUCH KURZGESCHICHTEN

BUCH KURZGESCHICHTEN Queere Leben, queere Identitäten Dass es neben Mann und Frau noch mehr gibt, ist immer wieder Thema bei uns. Ja, das weibliche Geschlecht ist jenes, dass die Kinder austrägt. Der Cis- Mann kann das nicht. Aber wollen wir uns gesellschaftlich darauf reduzieren lassen? COMIC „Knock Out!“ Der Berliner Graphic-Novel-Künstler Reinhard Kleist widmet sich in seinem neuen Buch dem amerikanischen Boxweltmeister Emile Griffith (1938 – 2013), der zeitlebens als Sportler gefeiert wurde – als queerer Mann aber mit Repressalien zu kämpfen hatte. „Knock Out!“ heißt der neue Comic von Reinhard Kleist, der Ende August bei CARLSEN erscheinen wird. In ihm erfahren wir mehr über das Leben des Boxers, der 1962 seinen Gegner im Ring so stark verletzte, dass dieser an den Folgen starb. „Wie seltsam das ist … Ich töte einen Mann, und die meisten Leute verstehen das und verzeihen mir. Hingegen, ich liebe einen Mann, und so viele halten das für eine unverzeihliche Sünde, die mich zu einem schlechten Menschen macht. Wenn ich auch nicht im Gefängnis gelandet bin, so war ich trotzdem fast mein ganzes Leben lang eingesperrt“, so Emile Griffith dazu. 1992 wurde der Sportler fast zu Tode geprügelt, als er eine Schwulenbar verließ ... Die Graphic Novel lässt uns teilhaben an seinen inneren Kämpfen, seinem Wunsch zu lieben, und gibt einen erdrückenden Einblick in die Gesellschaft des 20. Jahrhunderts. *rä www.carlsen.de Queere Menschen sind nicht nur „genau so“ oder „genau so“. Queere Menschen können Transmann oder Intersexuelle sein. Sie können Transfrauen, Bisexuelle oder Dragqueens sein. Das mag heteronormativ geprägte Mitmenschen verwirren, ist aber so. Vielfalt wird dem Leben gerecht, nicht das Streben nach gesellschaftlichen Traditionen (aka Repressionen und Vorschriften). „You were born naked, the rest is drag“ – ein Satz, der RuPaul zugesprochen wird und beständig (zu Recht) in der queerfeministischen Szene zitiert wird. GESELLSCHAFT Von der Triebhaftigkeit des Klerus In der Bibel erzählt die Geschichte von Sodom und Gomorra von zwei Städten, die in Schwefel und Feuer untergehen, da sich ihre Bewohner von Gott abgewendet haben, indem sie Gäste zum Sex nötigen und auch sonst dem puren Hedonismus, nicht der Nächstenliebe, frönen. Durchaus auch Dinge, die man dem Vatikanstaat, der katholischen Kirche vorwerfen könne, heißt es da oft. Das Buch „Sodom – Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan“ des französischen Soziologen und Journalisten Frédéric Martel, das im September bei S. Fischer Verlag erscheint, beschäftigt sich mit diesen Vorwürfen. Und zwar äußerst spannend, etwas populistisch, aber immer (anscheinend) fundiert und gespickt mit Aussagen bekannter Persönlichkeiten und Insider. *rä Wie verlosen drei Exemplare auf www.blu.fm/gewinne, www.fischerverlage.de Das Buch „Blaue Augenbrauen“ aus der BuchLabs Series (www.buchlabs.org, Amsterdam) ist ein Gemeinschaftsprojekt von sechs Autor*innen, mit dabei sind unter anderem Hardy Krüger und Casjen Griesel. In ihren Geschichten geht es um Identitäten und Rollen, um Küchentische, Mykonos und Sonnenmilch. Vor allem geht es in den Geschichten aber um Begegnungen, um unterschiedlichste Erlebnisse und queere Lebenswelten. Entstanden ist das Buch in einem Schreibworkshop der Akademie Waldschlösschen, geteilt wurden persönliche Schlüsselerlebnisse, kulturelle Hintergründe und Intimes. Herausgekommen ist dabei dann dieses Buch. Sehr lesenswert und unterhaltsam. *rä

KALENDER 51 FOTOS: M. RÄDEL 20 JAHRE JUBILÄUM „CHANTALS HOUSE OF SHAME“ „Chantals House of Shame“ wird im Oktober 2019 schon zwanzig Jahre alt! Los ging es im Goldmine in der Dircksenstraße. Nach diversen Umzügen – die erste Adresse ist jetzt ein Restaurant, das Ostgut abgerissen – steigt das Happening seit 2018 im Suicide Circus. Das „Haus der Schande“ ist ein international geschätzter Treffpunkt der Kreativen und Bunten in Berlin. Seit Oktober 1999 zieht es die Berliner Nachtschwärmer donnerstags auf genau diese Party. Warum? Weil man hier auf der Sause dann zum Beispiel auf Modestar Rolfe, Designer Matthias Maus, DJane Gitti Reinhardt, Britney-Imitator Allucard, Dichter und Denker Andreas Schwarz, Stars wie die Diven von RuPaul’s Drag Race und auch Sängerinnen wie Kaey, Jade Pearl Baker und Arie Oshri trifft. Und wer legte schon alles auf? Bekannte DJs wie Divinity, Jaycap, Maringo oder auch Fixie Fate. Angesprochen auf die Party verriet uns Chantal: „Ich will, dass es allen gut geht. Das ‚House of Shame‘ hat mich gezwungen, erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen!“ Danke für zwei Jahrzehnte queere Klubkultur, gelebte Toleranz, markige Sprüche und viel, viel gute Musik von Disco bis Hard House. *rä Immer donnerstags: Chantals House of Shame, Suicide Circus, Revaler Str. 99, S+U Warschauer Straße, 23:15 Uhr

Unsere Magazine

Regionalseiten
männer* – das queere Onlinemagazin

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.